Rauchmelder

Rauchmelder im Haus retten Leben

Rauchmelder sind eine spezielle Form der automatischen Brandmelder. Sie reagieren auf Rauchentwicklung mit einem lauten und durchdringenden Ton. Dieser ist weithin hörbar, sodass der Alarm dich auch während des Schlafs in einem anderen Raum weckt.

Rauchmelder retten Leben und sind daher inzwischen in allen 16 Bundesländern in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Unterschiede bei der Rauchmelderpflicht bestehen lediglich in einigen Details.

Wie funktionieren Rauchmelder?

Die offizielle Bezeichnung der kleinen Lebensretter lautet Rauchwarnmelder. In der Regel handelt es sich um flache runde Modelle mit einem Durchmesser von etwa zehn Zentimetern. Ihren Platz haben die Rauchmelder an der Zimmerdecke. Da Qualm zuerst nach oben steigt, ist sichergestellt, löst der Alarm schnell aus.

In den meisten Gebäuden sind die Decken weiß gestaltet. Um die Rauchmelder diskret in das Design einzufügen, bestehen sie vorwiegend aus weißem Kunststoff. Für Holzdecken bieten einige Hersteller außerdem Rauchwarnmelder in verschiedenen Brauntönen an.

Seltener sind dekorativ gestaltete Melder in Form eines Vogels auf einem Ast oder von überdimensionalen Insekten. Einige Modelle weichen von der runden Form ab und stehen in verschiedenen Farben zur Verfügung. Aufgrund ihrer wichtigen Aufgabe sollte das Design dieser Geräte hinter ihrer Funktion zurückstehen.

Wichtig ist die Zuverlässigkeit der Rauchmelder. Da sie unkompliziert an jeder Stelle der Zimmerdecke ihren Platz finden sollen, sind die Geräte batteriebetrieben. Um die Funktion zu gewährleisten, warnen Rauchmelder rechtzeitig vor der vollständigen Batterieentleerung mit einem wiederholten Piepton.

Trotz des Warntons solltest du deine Rauchmelder regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit überprüfen. Die Batterie eines preisgünstigen Rauchmelders ist eine Jahres-Batterie, sodass sie den Melder nur begrenzte Zeit mit Strom versorgt. Hochwertige Geräte sind mit 10-Jahres-Dauerbatterien ausgestattet.

Welche Arten von Rauchmeldern gibt es?

Abhängig vom physikalischen Funktionsprinzip sowie der Vernetzung und Stromversorgung findest du verschiedene Typen von Rauchmeldern. Dazu gehören:

  • Modelle mit 10-Jahres-Batterien
  • Rauchmelder mit Wechselbatterie
  • Rauchwarnmelder
  • Hitzemelder
  • Stand-Alone-Modelle
  • Funkrauchmelder
  • kombinierte Rauch-, Gas- und CO-Melder
  • Ionisationsrauchmelder
  • fotoelektrische, optische Rauchmelder
  • Hybrid-Melder
  • Rauchmelder mit optischer und taktiler Warnung

Rauchmelder, die ausschließlich auf Partikel in der Luft reagieren, eignen sich nicht für Räume mit einer hohen Staub- oder Dampfentwicklung. In Werkstätten, Küchen und Bädern sind daher Hitzemelder die richtige Wahl. Sie reagieren nicht auf Rauch- und Staubpartikel, sondern auf eine maximal erreichte Temperatur oder einen schnellen Temperaturanstieg.

Hitzemelder sind jedoch nur vorteilhaft in Bereichen, in denen du dich tagsüber aufhältst. Dazu gehören Küche, Bad oder die Werkstatt. Für die Verwendung in Schlafräumen reagieren diese Modelle zu langsam. Während der Reaktionszeit kann es bereits zu einer Rauchgasvergiftung kommen.

Ein Stand-Alone-Rauchmelder alarmiert lediglich, wenn in seinem Einzugsbereich Rauch entsteht. In Ein- oder Zweifamilienhäusern mit mehreren Etagen bietet sich die Verwendung von vernetzten Rauchmeldern an. Sobald ein Rauchmelder Alarm auslöst, geben gleichzeitig die anderen Melder im Haus per Funk Alarm. Schläfst du beispielsweise im Obergeschoss, genießt du mit der Vernetzung per Funk eine größere Sicherheit. Das gilt insbesondere, wenn ein Feuer in den unteren Etagen ausbricht.

Ein kombiniertes Gerät warnt dich nicht nur bei Rauchentwicklung, sondern auch bei Gasaustritt oder einer hohen Kohlenmonoxid-Konzentration in der Luft. In diesen Fällen droht Erstickungsgefahr. Bringst du ein solches Modell im Heizungsraum an, warnt es dich vor den verschiedenen Gefahren. Auch in Wohnmobilen und Wohnwagen sind die kombinierten Melder ideal und retten Leben.

Ionisationsmelder reagieren extrem empfindlich auf geringe Rauchentwicklungen. Als Sensortechnik dient bei diesen Rauchmeldern ein radioaktiver Alpha-Strahler. Trotz der hohen Wirksamkeit sind diese Modelle in Deutschland nur unter strengen Auflagen zulässig. Bereits ein geringer Kontakt mit dem radioaktiven Isotop kann gesundheitsschädlich sein.

Fotoelektrische oder optische Rauchmelder nehmen über eine optische Kammer, einen lichtempfindlichen Sensor und eine Infrarot-Leuchtdiode Partikel in der Luft wahr. Zu den Partikeln gehören auch die Moleküle des Wasserdampfs. Beim Duschen, Baden oder Kochen lösen diese Geräte daher ebenfalls Alarm aus.

Ein Hybrid-Melder reagiert auf Rauch und auf Hitze. Während des Badens oder des Kochens kannst du bei diesen Geräten den Rauchsensor ausschalten. Der Hitzesensor funktioniert weiterhin.

Schwerhörige und gehörlose Menschen können das akustische Warnsignal herkömmlicher Rauchmelder nicht wahrnehmen. Sie benötigen daher spezielle Warnmelder mit Funkmodul. Das Modul sendet per Funk ein Signal an eine Stroboskop-Leuchte und an ein Vibrationskissen.

Wie bringe ich den Rauchmelder richtig an?

Die Montage der Rauchmelder ist relativ einfach und abhängig vom Modell. Du hast die Wahl zwischen Geräten mit einer Grundplatte aus Metall. Diese klebst du an der gewünschten Position an der Decke an.

Der Rauchmelder selbst verfügt über einen Magneten, sodass du ihn einfach auf die Metallplatte aufsetzt. Diese Technik erleichtert dir den Batteriewechsel und die Wartung, da du den Melder mit einem Handgriff abnehmen kannst. Bei einem hochwertigen Modell mit 10 Jahre haltbaren Batterien ist dieser Aspekt weniger wichtig.

Wenn du die Batterien nur alle 10 Jahre wechseln musst, bietet ein an der Zimmerdecke verschraubter Rauchmelder mehr Sicherheit. Fest verbundene Rauchwarnmelder fallen bei Berührungen nicht gleich herunter. Daher ist das Risiko möglicher Beschädigungen geringer.

Fest mit der Decke verschraubt wird auch bei diesen Modellen lediglich die Grundplatte. Den Rauchmelder selbst schraubst du auf die Platte auf. In der Regel verfügen die Geräte dazu über einen Bajonettverschluss. Die Beschaffenheit, Anbringung und Wartung von Rauchmeldern regelt die DIN EN 14604.

In welchen Räumen ist der Rauchmelder Pflicht?

Eine Pflicht zur Installation von Rauchmeldern besteht inzwischen bundesweit in Neu- und Bestandsgebäuden. Baden-Württemberg entschied sich nach einem verheerenden Wohnungsbrand als letztes Bundesland für die Pflicht zur Nachrüstung in Altbauten. Die Bestimmungen darüber, in welchen Räumen du Rauchmelder anbringen musst, regeln die Landesbauordnungen in den 16 Bundesländern. Dasselbe gilt für die Verpflichtung zur Anschaffung und Montage.

Eigentümer von Häusern und Wohnungen sowie Vermieter sind mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich für Anbringung, Test und Funktionsfähigkeit von Rauchmeldern. In Mecklenburg-Vorpommern betrifft die Rauchmelderpflicht die Mieter.

In allen Bundesländern von Baden-Württemberg bis Thüringen sind Rauchwarnmelder im Schlafzimmer sowie in Kinderzimmern und Fluren vorgeschrieben. Dadurch besteht der Schutz für alle Bereiche, in denen Menschen schlafen sowie für die Fluchtwege. In Berlin und Brandenburg gilt die Rauchmelderpflicht außerdem für Aufenthaltsräume mit Ausnahme von Küchen.

Rauchmelder retten Leben nur, wenn sie an der richtigen Position der Zimmerdecke angebracht sind. Hinweise dazu gibt die DIN 14676. Danach ist für Zimmer mit einer Grundfläche bis 60 Quadratmeter ein Rauchmelder vorgeschrieben. In größeren Räumen sind mehrere Melder erforderlich. Die optimale Position ist zentral mit einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu jeder Wand.

 

Wie lange dürfen Rauchmelder verwendet werden?

Die fotoelektronischen Sensoren in Rauchmeldern verschmutzen mit der Zeit und erblinden schließlich vollständig. Daher ist ihre Lebensdauer mit zehn Jahren begrenzt. Nach diesem Zeitraum musst du alle Rauchwanmelder erneuern.

Wie viel kostet ein guter Rauchmelder?

Die Preise für gute Rauchmelder bewegen sich zwischen etwa 17 Euro für Stand-Alone-Modelle und bis zu 80 Euro für Funkrauchmelder.

Welche Rauchmelder soll ich kaufen?

Regelmäßig überprüft Stiftung Warentest die Qualität von Rauchmeldern verschiedener Preisklassen und Hersteller. Dabei stellt sich heraus, dass preisgünstige Modelle ebenso zuverlässig sind, wie deutlich teurere. Alle getesteten Modelle erfüllen die DIN Norm und retten Leben.

Aufgrund der besonderen technischen Ausstattung sind Funkrauchmelder teurer als Stand-Alone-Warner. In vielen Tests schneiden Modelle der Marken Ei Electronics, Busch-Jäger und Hekatron mit guten Noten ab. Aktuell beschränkt Stiftung Warentest ihre Vergleiche auf Modelle mit Q-Label.

Rauchmelder mit Q-Label verfügen über fest integrierte Lithium-Ionen-Batterien mit einer Haltbarkeit von zehn Jahren. Zudem erfüllen sie einen hohen Sicherheitsstandard wie einen Warnton mit einer Lautstärke über 85 Dezibel. Aus diesem Grund empfiehlt auch die Aktion “Rauchmelder retten Leben” diesen Qualitäts-Standard.

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