Renovierungskosten

Infos und Tipps für Hausbesitzer

Undichte Wasserhähne, verblichene Tapeten, Kratzer im Laminat oder kaputte Küchengeräte – Verschleißerscheinungen lasen sich in einer Immobilie nicht vermeiden. Wer den Wohnkomfort seines Gebäudes erhalten möchte, sollte also regelmäßig renovieren.

Wie viel die Renovierung kostet, kommt ganz auf die Arbeiten an – und, ob Sie diese in Eigenregie erledigen oder bei Handwerkern in Auftrag geben. Meist übersteigen die Lohnkosten den Preis des Materials nämlich um ein Vielfaches.

In diesem Artikel lichten wir den Renovierungs-Dschungel und verraten Ihnen, mit welchen Ausgaben Sie rechnen sollten. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie sich die Arbeiten am besten finanzieren lassen und welche steuerlichen Vorteile Sie nutzen können.

Was ist der Unterschied zwischen Renovieren und Sanierung?

Unter die Renovierung fallen gemeinhin alle Maßnahmen, die der optischen Verschönerung einer Wohnung dienen, Gebrauchsspuren beseitigen oder den Wohnkomfort anderweitig erhöhen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Malerarbeiten
  • Tapezieren
  • Erneuerung des Fußbodens
  • Austausch von Möbeln, Elektrogeräten oder sanitären Anlagen.

Veränderungen an der Bausubstanz werden dagegen meist als Sanierung bezeichnet. Beispiele dafür sind Arbeiten an Fassade und Dach, Wasserversorgung und Elektrik, aber auch die energetische Modernisierung eines Hauses/einer Wohnung.

Diese Arbeiten müssen meist langfristig geplant und von Spezialisten ausgeführt werden. Dementsprechend liegen die Sanierungskosten im Schnitt deutlich über den Renovierungskosten.

Wie viel kostet eine Renovierung?

Diese Frage lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Stattdessen kommt es auf mehrere Faktoren an:

  • Wie groß ist das Haus bzw. die zu renovierende Fläche?
  • Welche Arbeiten sollen in welchem Bereich des Gebäudes erledigt werden?
  • Wie teuer ist das Material und welchen Preis verlangen die Handwerker?

Welche durchschnittlichen Kosten entstehen bei der Renovierung?

Trotz aller Unterschiede lässt sich ein Durchschnittswert für die Renovierungskosten berechnen.

Laut Erfahrungswerten des Bundesverbands deutscher Wohnungsunternehmen liegt dieser bei 7–8 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Etwas geringer fallen die Ausgaben bei Neubauten aus, während Bewohner von Altbauten pro Quadratmeter mit etwa 11 Euro rechnen sollten.

Wie teuer sind einzelne Renovierungsmaßnahmen im Haus?

 

Natürlich ist Renovierung nicht gleich Renovierung. Wie viel Geld Sie am Ende ausgeben, kommt stark auf die durchzuführenden Arbeiten an:

Malerarbeiten

Das Neustreichen der Wände ist ein vergleichsweise günstiges Unterfangen, da Sie diese Arbeit mit etwas Geduld und Geschick selbst erledigen können.

Wand- und Deckenfarbe kostet im Durchschnitt zwischen 1 und 8 Euro pro Liter. Beachten Sie jedoch, dass billige Farben meist keine gute Deckkraft besitzen und mehrere Anstriche erforderlich machen.

Dazu kommen die Ausgaben für Grundierung und Abdeckmaterialien. Im Durchschnitt sollten Sie mit Gesamtkosten von etwa 1,70 Euro pro m2 rechnen.

Deutlich teurer sind professionelle Malerarbeiten. Für diese verlangen Firmen in den meisten Fällen 7–30 Euro pro m2.

Tapezieren

Je nach Art und Qualität der verwendeten Tapete fallen Materialkosten von 0,5 bis 4 Euro pro m2 an.

Dazu kommt der Obolus für Handwerker. Dieser richtet sich nicht nur nach der Raumgröße, sondern auch danach, ob die alte Tapete entfernt und die Wand neu eingedeckt werden muss. Bei Tapeten, die in einem speziellen Muster angebracht werden, erhöhen sich die Ausgaben.

Im Durchschnitt sollten Sie mit folgenden Preisen rechnen:

  • Tapezieren: 6–10 Euro/m2
  • Entfernen der alten Tapete: 5–20 Euro/m2
  • Spachteln: 5–40 Euro/m2.

Bei einem 20 m2 großen Wohnzimmer würden diese Arbeiten inklusive Anfahrt beispielsweise 780–1470 Euro kosten – zehnmal mehr als die reinen Materialkosten. Wer die alte Tapete selbst entfernt und die Wand neu spachtelt, kann also viel Geld sparen.

Fußboden verlegen

Wenn Sie einen neuen Fußboden verlegen möchten, haben Sie viele Bodenbeläge zur Auswahl. Dementsprechend schwanken die Materialkosten.

Bei selbst verlegtem Laminat sollten Sie beispielsweise mit 7–19 Euro pro m2 rechnen. Hochwertiger Parkettboden kann dagegen mit 15–70 Euro zu Buche schlagen.

Wird der Boden vom Fachmann verlegt, entstehen im Durchschnitt folgende Gesamtkosten (inklusive Material) pro m2:

  • PVC: 30–40 Euro
  • Linoleum: 40–60 Euro
  • Laminat: 50–75 Euro
  • Parkett: 65–155 Euro
  • Holzdielen: 65–135 Euro.

Relativ günstig stellt sich im Vergleich Teppichboden dar. Hier kostet das Verlegen in der Wohnung etwa 30–55 Euro pro m2.

Nicht immer muss der Fußboden komplett erneuert werden. Wer beispielsweise einen Parkettboden besitzt, kann diesen auch abschleifen lassen. Diese Arbeit, die vom Fachmann ausgeführt werden sollte, kostet durchschnittlich 25–30 Euro pro m2. Dazu kommen etwa 10 Euro pro m2 für das Versiegeln.

Fliesenlegen

Während sich herkömmliche Bodenbeläge relativ einfach verlegen lassen, stellt das Fliesenlegen eine größere Herausforderung dar. Diese Arbeit schlägt im Schnitt mit 50–150 Euro/m2 zu Buche.

Allerdings kommt es stark auf die verwendeten Fliesen an. Diese sind nämlich nicht nur unterschiedlich teurer, sondern lassen sich auch unterschiedlich leicht verlegen. Kostenschwankungen von 5–100 Euro sind da keine Seltenheit.

Auch das Verlegemuster und die Form des Raumes – verwinkelt oder offen – hat einen Einfluss auf die Ausgaben. Es gilt: Je öfter die Fliesen zugeschnitten werden müssen, desto höher der Preis.

Sparen können Sie hingegen, wenn Sie die alten Fliesen selbst entfernen und entsorgen. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie den Boden auch spachteln und so für den Fliesenleger vorbereiten.

Renovierungskosten nach Räumen

Sehen wir uns nun an, wie sich die Ausgaben auf die einzelnen Bereiche einer Immobilie verteilen

Badezimmer

Erfahrungswerte zeigen: Die professionelle Renovierung eines 10 m2 großen Bades kostet ungefähr 3.000 Euro. Dabei macht das Fliesenlegen schnell die Hälfte dieses Betrags aus. Günstiger präsentieren sich Malerarbeiten an Decke und Tür.

Eine Erneuerung von Badewanne, Toilette und Waschbecken schlägt mit je 250–400 Euro zu Buche – inklusive Material, Handwerkerleistung und Anfahrt.

Natürlich lassen sich sanitäre Anlagen im Bad auch von Laien austauschen. Das ist jedoch nach der Deutschen Trinkwasserverordnung nicht zulässig. Sollten durch den unsachgemäßen Einbau Schäden entstehen, kann die Versicherungen die Zahlung verweigern.

Wohnzimmer

Beim Wohnzimmer handelt es sich meist um den größten Raum einer Wohnung. Trotzdem halten sich die Kosten in Grenzen, da viele Hausbesitzer es beim Streichen und Tapezieren belassen. Diese Aufgaben können Sie in Eigenregie erledigen. Wenn das Wohnzimmer leer geräumt ist, bietet sich außerdem eine Erneuerung des Bodenbelags an.  

In unserer Kalkulation gehen wir von einem 30 m2 großen Wohnzimmer aus, das neu gestrichen und mit Laminat versehen werden soll. Inklusive Handwerkerleistungen könnten die Ausgaben dann etwa 2.200 Euro betragen.

Küche

In kaum einem Raum schwanken die Renovierungskosten so sehr wie in der Küche. Der komplette Austausch schlägt durchschnittlich mit 6.500 Euro zu Buche.

Wer lediglich einzelne Geräte wie Kühlschrank oder Herd ersetzen möchte, kommt günstiger weg. Folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche Lebensdauer dieser Geräte sowie die Kosten:

Gerät

Lebensdauer

Kosten

Geschirrspülmaschine

10–15 Jahre

ab 250 Euro

Kühlschrank

10 Jahre

ab 250 Euro

Elektroherd

15 Jahre

ab 300 Euro + Einbaukosten

Dunstabzugshaube

12 Jahre

ab 300 Euro

Teuer wird es auch, wenn die gesamte Einbauküche ersetzt werden soll. Dann entstehen schnell Rechnungen von 5.000 Euro oder mehr.

Schlafzimmer

Wie im Wohnzimmer umfasst die Renovierung eines Schlafzimmers meistens Malerarbeiten und einen Austausch des Fußbodens. Teppich stellt hier eine beliebte Wahl dar und kann im Schlafzimmer lose verlegt werden, was die Handwerkerkosten senkt.

Beim Parkettboden genügt meist ein Abschleifen, da sich die Abnutzung im Vergleich zum Wohnzimmer in Grenzen hält. Gehen wir von 16 m2 Fläche aus, kostet diese Arbeit etwa 400–480 Euro.

Keller

Der Keller fristet meist ein Schattendasein im Haus. Dementsprechend belassen es viele Hausbesitzer bei einem Anstrich der Wände oder erneuern die Regale. Die Ausgaben halten sich dementsprechend in Grenzen.

Durchschnittlich alle 13 Jahre wird es Zeit für eine neue Waschmaschine, die mit Kosten von 300 Euro aufwärts zu Buche schlägt.

Geht es darum, einen Keller trockenzulegen oder neu zu dämmen, sprechen wir nicht mehr von der Renovierung, sondern vom Sanieren. Diese Arbeiten, die von Fachleuten durchgeführt werden müssen, können 20.000 Euro oder mehr verschlingen. Ähnlich teuer präsentiert sich ein Austausch der Heizung.

Tipps, um die Renovierungskosten zu senken

Wie Sie sehen, sind Renovierungsarbeiten nicht billig. Mit dem richtigen Timing lässt sich jedoch bares Geld sparen:

  • Vergleichen Sie frühzeitig die Angebote mehrerer Handwerker, um Preisunterschiede zu nutzen. Achten Sie dabei stets auf das Resümee der Firma – schließlich möchten Sie nicht auf hohen Folgekosten durch Pfusch sitzen bleiben.
  • Nutzen Sie saisonale Preisschwankungen zu Ihren Gunsten. Beauftragen Sie zum Beispiel Handwerker nicht im Frühling oder Sommer, sondern im Winter, wenn die allgemeine Auftragslage schlechter ist und die Preise sinken.
  • Auch das Material ist im Winter meist günstiger, da die Nachfrage in dieser Zeit sinkt – eine perfekte Gelegenheit, sich für den Rest des Jahres einzudecken.
  • Manche Firmen bieten einen Rabatt, wenn Sie mehrere Arbeiten in Auftrag geben: Handwerker könnten beispielsweise das Bad und gleich danach die Küche neu verfliesen. So lassen sich außerdem Fahrtkosten sparen.

 

Möglichkeiten der Finanzierung

Anders als Modernisierung und Sanierung werden reine Schönheitsarbeiten leider nicht vom Staat bezuschusst. Darum sollten Immobilienbesitzer die Ausgaben für Renovierungen in Ihrer Finanzplanung berücksichtigen. Doch auch, wenn Sie die Summe für die Renovierung noch nicht haben, gibt es Möglichkeiten:

Sie könnten beispielsweise einen sog. freien Kredit oder Konsumentenkredit bei Ihrer Bank beantragen. Wie hoch die Zinsen sind, hängt von mehreren Faktoren ab: etwa Ihrer Bonität, der geliehenen Summe und der Laufzeit.

Eine weitere Möglichkeit stellt ein zweckgebundener Kredit dar. Bei diesem legen Sie der Bank anhand von Rechnungen dar, dass Sie das Geld für die Renovierung ausgegeben haben. Die Konditionen sind oft günstiger als bei freien Krediten

Kann ich Renovierungskosten von der Steuer absetzen?

Es ist möglich, bis zu 20 % der jährlichen Renovierungskosten (inklusive Mehrwertsteuer) steuerlich geltend zu machen. Die Höchstsumme beträgt 6.000 Euro, was abgesetzten Renovierungskosten von 1.200 Euro entspricht.

Allerdings gilt das nur für die konkreten Handwerkerleistungen: also Lohnkosten inklusive Fahrtkosten und Ausgaben für das Verbrauchsmaterial. Das Baumaterial selbst, etwa Farbe oder Fußbodenbelag, gehört nicht dazu.

Sie benötigen in jedem Fall eine Rechnung, die alle Kostenbestandteile aufschlüsselt, sowie einen Zahlungsbeleg. Bar bezahlte Rechnungen sind nicht zulässig.

Lassen sich Renovierungskosten auf Mieter umlegen?

Laut BGB sind Vermieter verpflichtet, die Mietsache in dem Zustand zu erhalten, der vor der Vermietung vorlag. Das heißt, sie müssen die Kosten für die Instandhaltung selbst tragen – etwa wenn Türen und Fenster beschädigt, der Teppichboden stark abgenutzt oder sanitäre Anlagen kaputt sind.

Trotz dieses Grundsatzes ist es möglich, die Renovierungskosten auf Mieter umzulegen – jedoch nur, wenn sich eine entsprechende Klausel im Mietvertrag findet.

Auch Vermieter können Renovierungskosten in der Steuererklärung angeben und so ihre Steuerlast senken. Anders als bei Privatpersonen ist die Absetzung in voller Höhe möglich.

Allerdings unterscheidet das Finanzamt zwischen zwei Formen der Renovierung:

Der sog. Erhaltungsaufwand dient dazu, eine Immobilie weiterhin bewohnbar zu halten. Die dabei entstehenden Kosten können im selben Jahr vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Unter den Erhaltungsaufwand fallen die meisten Arbeiten der Renovierung: etwa Streichen, Fliesenlegen oder ein Austausch der sanitären Anlagen. Wichtig ist, dass durch den Erhaltungsaufwand nur der ursprüngliche Zustand der Immobilie wieder hergestellt wird.

Anders sieht es bei Arbeiten aus, die eine unbewohnbare Immobilie wieder bewohnbar machen. Dann handelt es sich um Herstellungskosten, die nur über mehrere Jahre abgesetzt werden können. Dazu gehören auch Arbeiten, die eine Wohnung verbessern, verschönern, vergrößern oder anderweitig im Wert steigern.

Es wird darauf hingewiesen, dass alle Angaben trotz sorgfältiger Bearbeitung ohne Gewähr erfolgen und eine Haftung der Autoren ausgeschlossen ist.

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