Umziehen für Senioren

Verkleinern & Hausrat reduzieren ohne schlaflose Nächte

Von welchen Dingen bist du zu Hause umgeben?

Lass mich raten: Es sind unzählig viele.

Und fast jedes deiner Besitztümer hat eine Geschichte zu erzählen, ist Zeugnis eines spannenden Lebens voller Höhen und Tiefen.

Uns grundlos von unseren vertrauten Habseligkeiten zu trennen, fällt schwer und kann schmerzhaft sein. 

Umzug Senioren

Doch wenn du einen Umzug in ein kleineres Haus, in eine Wohnung oder ein betreutes Wohnsystem planst – aus gesundheitlichen, aus finanziellen oder vielleicht nur aus praktischen Gründen – ändern sich gleichzeitig auch die Platzverhältnisse. 

Dann ist es notwendig, deine Eigentümer aus einem ganzen Haus so zu reduzieren, dass sie in wenigen oder sogar nur einem einzelnen Zimmer Platz finden. Aber wie? Und wie schaffst du es, die Sentimentalität dabei nicht Oberhand gewinnen zu lassen? Im Folgenden habe ich einige wichtige Informationen und Tipps für Senioren gesammelt, die dir beim Sortieren und auch beim Umzug helfen werden. 

Ein kleiner Mutmacher zu Beginn: So hart der Prozess des Reduzierens auch ist, so angenehm ist es schlussendlich, wenn du mit einem Mal einen viel kleineren Haushalt in Schwung halten und vor allem auch viel weniger abstauben, aufwischen und reparieren musst! 

Und: Dinge hergeben bedeutet nicht, Erinnerungen zu vergessen. Schöne Mementos werden dich in dein neues Zuhause begleiten. Und von weniger schönen hättest du dich schon vor Jahren verabschieden sollen. Klingt ein Leben, in welchem du nur von positiven Dingen umgeben bist, nicht herrlich?

Putzen

 Blicke mit Vorfreude auf den kommenden Lebensabschnitt, statt der Vergangenheit nachzutrauern. Erinnerungen sind wichtig – aber jeder neue Tag verdient es ebenso, richtig gelebt zu werden! Informiere dich schon früh darüber, welche Angebote es in deiner neuen Wohngegend und dem neuen Zuhause gibt, und schmiede so viele Pläne wie nur möglich!

Vorausplanen für weniger Stress

Das Allerwichtigste zuerst: Ein ganzer Haushalt baut sich nicht an einem Wochenende auf. Und deshalb wird auch niemand seine gesamten Habseligkeiten an einem einzelnen Wochenende aussortieren können. 

Sieh es wie das Abnehmen: 20 Kilo Übergewicht sind nicht über Nacht entstanden – und deshalb wirst du sie auch nicht über Nacht, sondern nur über einen längeren Zeitraum hinweg verlieren können. Mit einem durchdachten Plan und Durchhaltevermögen!

Planen ohne Stress

 

Wie viel Zeit solltest du dir für den Reduzierprozess geben?

Realistisch ist alles zwischen einem und sechs Monaten. (Faustregel: Du brauchst garantiert länger, als du jetzt denkst. Wer schlau ist, plant also gleich einen Zeitpuffer ein.)

Nächster Tipp: Lass dich von überquellenden Küchenschubladen und sich biegenden Kellerregalen nicht entmutigen. Du schaffst das! Besorg dir als Erstes ein Notizbuch, damit du die Sache mit Struktur angehen kannst. 

Ich meine es ernst! Geh raus, kauf dir ein Notizbuch oder hole ein leeres aus dem Büro. Siehst du, der erste Schritt zum Entrümpeln ist gar nicht so schwer! 

So, in dieses Notizbuch kommt einfach alles zum Thema Umzug rein: 

  • To-Do-Listen
  • Anmerkungen zu Möbelstücken („Hellblaue Kommode für Mira?“, „Kann Markus Bett zerlegen?“, …)
  • Was du deine Nachbarin dringend fragen wolltest 
  • Details zu deiner neuen Wohnung oder dem Haus 

 

Waaaas? Hast du nicht? Okay, DAS ist Schritt eins: Bevor du zu räumen beginnst, musst du konkret wissen, wo du hinziehen wirst. Dann weißt du nämlich auch, wie viel Platz du hast und welche Dinge du mitnehmen kannst. 

Du hast dir bestimmt schon viele Gedanken gemacht. Aber hier sind trotzdem ein paar Dinge für die Auswahl deines neuen Zuhauses: 

Hund und Katze
  • Die Gegend (Sind Supermärkte, Ärzte und Drogerie in der Nähe? Wie weit bist du von deiner Familie entfernt?)
  • Die Verkehrsanbindung (Sind die Straßen breit und ruhig genug, sodass du auch im Alter noch gut Auto fahren kannst? Gibt es öffentliche Verkehrsmittel? Einen Parkplatz für dein Auto?)
  • Die Barrierefreiheit des Hauses (Auch wenn du Stufen im Moment noch wie ein junges Reh meisterst, wird das leider nicht immer so bleiben. Können Rampen ausgelegt werden? Sind das Badezimmer und vor allem die Dusche barrierefrei? Sind die Gänge breit und die Anrichten niedrig genug, sodass du dich auch mit dem Rollstuhl zurechtfinden könntest? Kann die Beleuchtung aufgebessert werden?)
  • Das Freizeitangebot (Gibt es Gemeindezentren oder eine Seniorencommunity in der Gegend? Auch wenn du dem im Moment eher skeptisch gegenüberstehst, freust du dich vielleicht irgendwann über Unterhaltung!)
  • Die Betreuung (Seniorenwohnheim und betreutes Wohnen sind Optionen, aber auch eine Wohnung, die später Platz für eine Vollzeithilfe bietet. Kommt eine Rundum-Betreuung aus finanzieller Sicht in Frage, oder müsstest du dann noch einmal umziehen?)
  • Was passiert mit eventuellen Haustieren (Können Hund und Katze mit oder zu deinen Kindern umsiedeln?)

 

Überleg dir außerdem jetzt schon, wie du den Umzug meistern wirst. 

    • Brauchst du Hilfe beim Packen und Tragen oder möchtest du deine Kartons selbst einräumen?
    • Willst du ein professionelles Umzugsunternehmen engagieren oder können erwachsene Kinder, Freunde und Bekannte helfen?
    • Wie hoch ist dein Umzugsbudget?
    • Wer hilft dir im neuen Zuhause, Möbel aufzubauen und Kisten auszupacken?
Altenheim

Es gibt spezielle Firmen, die Seniorenumzüge abwickeln. Dabei kümmern sich die Umzugshelfer um alles von Verpackungsmaterial und Einpacken bis zum Aufhängen der Bilder und Vorhänge in der neuen Wohnung. 

Je professioneller die Helfer, desto eher kannst du schwer transportierbare Lieblingsstücke mitnehmen (allerdings wirken sich Sondertransporte wiederum auf den Umzugspreis aus). Und je mehr Unterstützung du beim Packen hast, desto effizienter und sicherer können zerbrechliche Stücke verstaut werden!

Frag außerdem schon weit im Voraus Preise von Umzugsunternehmen an und erkundige dich nach saisonalen Kostenschwankungen. 

Besitztümer reduzieren – Stück für Stück

 

So, der erste Schritt ist geschafft. Du weißt, wohin. Du weißt hoffentlich auch, wann. Und welche Dinge dürfen mit? 

Denk zuerst ans Grobe

Ausmisten

 

Führe dir Platzverhältnisse und Bedürfnisse vor Augen. Welche Räume gibt es im neuen Zuhause und welche nicht? Wo sollen welche Möbel hin? Gleiche die Abmessungen von Sofa, Küchentisch, Kleiderschrank mit den Raummaßen im neuen Haus ab. Geht sich alles so aus, wie du dir das gedacht hast?

Ziehst du in ein Betreut-Wohnen-System oder zu Verwandten, wirst du kaum Küchenausstattung und große Möbelstücke brauchen. Garage und Keller sind Lagerräume für Dinge, die wir selten verwenden. Können diese weg, oder gibt es im neuen Haus Bedarf – und Platz – dafür? 

Und wo kannst du abspecken, schlicht, weil du weniger brauchen wirst? Für ein kleines Häuschen mit einem Gästezimmer reichen vier Bettwäsche-Sets völlig aus. Und in einem gemütlichen Zwei-Personen-Haushalt ist ein 40-teiliges Tafelservice fehl am Platz. 

Aber die Familienfeste zu den Feiertagen, was dann?
Dann helft ihr zusammen: Deine Kinder bringen ihr schönes Geschirr und nehmen es nachher wieder mit. Vielleicht kannst du deiner Tochter sogar dein Festtagsservice vererben. Dann könnt ihr zu Weihnachten weiterhin von vertrauten Tellern essen.

Schreib all deine Überlegungen gleich in dein Notizbuch – das hast du doch hoffentlich noch! 

Nun ist auch der richtige Zeitpunkt, um Verwandte und Freunde zu bitten, doch ihre Schulfußballpokale, Malkästen und Topfpflanzen abzuholen. Manche Räume sind danach bestimmt viel leerer 😊  

Die Zimmer sind dran!

 

Nun wird es praktisch! Ein Raum nach dem anderen … Aber starte bitte nicht mit Küche, Keller oder Wohnzimmer. Hier verstreuen wir notorischerweise die meisten Herzensteile und sind beim Ausräumen schnell überfordert. 

Je kleiner das erste Zimmer ist, desto besser. Hast du auch nur das Büro geschafft, ist das ein Erfolgserlebnis (Yes, we can!), das dir Kraft für das nächste Projekt gibt. 

Limitiere außerdem die Zeit, in der du am Sortieren bist, auf rund zwei Stunden am Stück. Ein Haus auszuräumen ist kein Sprint, sondern ein Marathon!

Besorge bunte Klebeetiketten oder Post-its, mit denen du Dinge markieren kannst: 

  • Grün für Mitnehmen
  • Rot für Verkaufen
  • Blau für Verschenken (an Familienmitglieder oder Freunde)
  • Gelb für Spenden/Wegwerfen (Oft können andere besser einschätzen, was sich spenden lässt. Befrage erwachsene Kinder oder Freunde nach ihrer Meinung.) 

 

Vielleicht? Lieber nicht! 

Verzichte bitte auf „Vielleicht“-Etiketten. Erfahrungsgemäß wächst diese Kategorie viel schneller als alle anderen zusammen. Ich nenne das die NEAB-Regel. Nur Einmal Angreifen Bitte!

Zu hart? Dann erlaube dir maximal 5 Vielleichts pro Raum. 

Leg auch einen Platz im Haus fest, an dem du sämtliche wichtige Dokumente sammelst, die dir beim Räumen in die Hände fallen. Gut geeignet ist eine verschließbare Kiste. So rutschen weder Kaufvertrag noch Versicherungspapiere aus Versehen ins Altpapier. 

Reduzieren ist übrigens nicht gleich packen! Befreie dich erst von (überflüssigem) Ballast, bevor du das, was du behalten möchtest, in Kisten steckst (oder ein Umzugsunternehmen organisierst, das das für dich erledigt). Sonst verlierst du schnell den Überblick.

Die Ausnahme: Ziehst du in eine sehr kleine Wohnung oder hast künftig nur ein Zimmer zur Verfügung, kannst du versuchen, direkt die Dinge einzupacken, die du behalten möchtest. Das klappt aber nur, wenn du dir deine Bedürfnisse und Wünsche zuvor gründlich überlegt hast!

Aber da sind so viele Sachen! Womit fange ich an? 🤷‍♂️
Ganz einfach: Mit dem, was offensichtlich wegkann. Alte Rechnungen, leere Kugelschreiber, abgelaufene Medikamente zum Beispiel. (Dieses „Ausmisten“ könntest du übrigens auch deinen Kindern für ihr Zuhause empfehlen!) 

Geschafft? Dann nimm dir als Nächstes ein einzelnes Regal vor – nur eines – und arbeite dich Fach für Fach voran. 

Ich kann mich nicht entscheiden!


Ja, ich weiß. Es ist unglaublich hart, sich von vertrauten Dingen zu trennen. Irgendeine Erinnerung verbindest du mit fast jedem Stück. 

Hier sind einige Fragen, die du stellen kannst, wenn du einfach nicht weißt, was du mit einem bestimmten Gegenstand tun sollst. (Sagen wir mal, der Gegenstand ist eine Schneekugel)

  • Brauche ich diese Schneekugel für meinen Alltag im neuen Zuhause? 
  • Wann habe ich diese Schneekugel zuletzt benutzt/geschüttelt?
  • Wo würde ich diese Schneekugel hinstellen? („Es wird sich schon ein Plätzchen finden“ reicht nicht)
  • Macht mich diese Schneekugel glücklich, wenn ich sie ansehe?
  • Kann ich den sentimentalen Wert bewahren, wenn ich die Schneekugel hergebe (zum Beispiel, indem ich ein Foto davon mache)?
  • Würde sich ein Familienmitglied oder Freund über diese Schneekugel freuen?
  • Behalte ich die Schneekugel nur, weil sie teuer war? (In diesem Fall: Loswerden! Was du einst dafür ausgegeben hast, ist nicht mehr wichtig!)
  • Kann ich diese Schneekugel gewinnbringend verkaufen?

 

Sei so konkret wie möglich. Stell dir deinen zukünftigen Alltag bildlich vor und überleg, was passieren muss, damit du die Schneekugel regelmäßig verwendest. Oder dreh die Sache um und überleg, wann, wo und warum sie dir fehlen würde.

Noch eine eiserne Regel: Wenn es mehrere Versionen eines Dinges gibt, dann darf nur die beste (und das ist nicht die neuste oder teuerste, sondern die liebste) mit! Das gilt bei Küchengeschirr, aber auch bei Schreibwaren und Badezimmerausstattung.

Verzichte fürs Erste darauf, Fotos zu sortieren. Die brauchen wenig Platz, beim Ordnen aber viel Zeit. Im Aufräum-Fieber? Lass Negative, Dias und Videoaufnahmen digitalisieren!

Überfordert von Küche und Badezimmer?


Liste Körperpflegeartikel, Küchengeräte und Kochutensilien auf und markiere für mehrere Wochen oder Monate, was du verwendest. Das Waffeleisen hat drei Monate lang in der Abstellkammer geschlummert? Dann packt dich vermutlich auch in der neuen Küche kein plötzliches Waffelfieber. 

Küche alt

Was mache ich mit meinen Sammlungen?


Porzellanpüppchen, Kaminfiguren oder Modellautos: Die liebevoll aufgebaute Sammlung wegzugeben, schmerzt. Das kann leider auch niemand schönreden. Mach die bittere Pille etwas milder, indem du ein oder zwei absolute Lieblingsstücke behaltest. Den Rest dokumentierst du gründlich mit Fotos oder Videos. 

Gib außerdem Erbstücke jetzt schon her. Das reduziert deine Besitztümer – und du siehst, wie sich Kinder, Enkel und Freunde über ihre Geschenke freuen. Win-Win also! 

Vielleicht findet auch die erwähnte Sammlung im autovernarrten Enkel einen unerwarteten Abnehmer?

Ein kleiner Trost für die, denen das Abschiednehmen besonders schwerfällt …

 

Jeder einzelne Gegenstand, den du angreifst, ist voller Erinnerungen, die du nicht zurücklassen willst? Hör in dich hinein: Zaubern dir diese Erinnerungen tatsächlich ein breites Lächeln ins Gesicht? Oder sind sie einfach nur … Erinnerungen? Ist Ersteres der Fall, gehört der Glücklichmacher auf jeden Fall ins neue Zuhause. 

Ist es Zweiteres, dann mach dir klar, dass dein bisheriges Leben nicht verschwinden wird – auch wenn du den Pfannenwender hergibst, mit dem du fünfzehn Jahre lang Pfannkuchen für deine Tochter zubereitet hast. 

Viele Dinge sind außerdem zwar ein Teil unseres Lebens, bereiten uns aber keine Freunde, sondern nur Arbeit. Die Figürchen im Bücherregal zum Beispiel, die ständig abgestaubt werden müssen. Oder die eleganten Weingläser, die du vor jedem Benutzen eine halbe Stunde lang polierst …

Ein letzter Tipp, wenn du dir bei bestimmten Gegenständen wirklich unsicher bist: Ist es möglich, diese für einen weiteren Monat in deinem alten Haus zu lassen? Wenn sie dir dann immer noch fehlen, hol sie unbedingt ins neue Zuhause. Und wenn nicht, kannst du sie mit ruhigem Gewissen hergeben. 

Briefmarke

Und was tue ich mit den Dingen, die wegmüssen? 

Erst mal markieren (das hatten wir ja schon). Und dann gibt es mehrere Möglichkeiten: 

  • Veranstalte einen Hausflohmarkt (Es ist allerdings nicht jedermanns Sache, Fremde durch die eigenen Habseligkeiten kramen zu sehen) 
  • Verkaufe wertvolle Möbel, Kleidung oder Sammlerstücke online (frag Kinder oder Verwandte um eine Werteinschätzung und um Hilfe)
  • Verschenke Gegenstände über Facebook-Gruppen (auch hier sind Kinder und Enkel gefragt)
  • Spende an soziale Einrichtungen (auch Schulen nehmen manchmal Bücherspenden oder gut erhaltene Musikinstrumente an)
  • Beauftrage eine Entrümpelungsfirma (wenn du besonders viele alte oder kaputte Möbelstücke hast)

Bitte um die Unterstützung deiner Familie

Die liebe Familie! Binde sie in den Umzugsprozess mit ein, nicht nur da, wo du Hilfe brauchst. Erzähl den kleinen Enkeln, warum du dieses oder jenes Souvenir so lange aufbewahrt hast. Zeig erwachsenen Kindern, welche Dinge für dich besonders erinnerungsschwer sind und bitte sie, diese zu fotografieren.

Schenk lieb gewonnene Stücke her und sieh zu, wie sich die Empfänger freuen!

Familie

Und: Emotionen sind ganz normal und völlig in Ordnung. Du bist dabei, eine große Aufgabe zu meistern! Gib dir hin und wieder etwas Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen und vergangenen Zeiten nachzuweinen. Unterbrich deine Arbeit, wenn die Vergangenheit dich zu sehr einfängt, trink einen Kaffee oder ein Glas Wein. Und wenn du bereit bist, kehre mit dem Blick in die Zukunft zum aktuellen oder einem anderen Raum zurück. 

Ein kleiner Absatz für fleißige Helfer … 🏅

Manchmal sind wir alle überwältigt von den vielen Entscheidungen, die wir treffen müssen. Und dann hoffen wir auf ein offenes Ohr und auf viel Verständnis von den Menschen, die uns nahestehen. 

Wenn du das offene, verständnisvolle Ohr für einen siedelnden Senior bist, dann:

  • Mach ihm oder ihr Entscheidungen leicht, indem du die Vorarbeit übernimmst (Frag nicht: „Welche Töpfe willst du behalten?“ sondern: „Nimmst du deinen großen Kartoffeltopf und den kleinen Milchtopf mit, und dazu noch die gute Pfanne?“)
  • Zeig Verständnis für Einwände. Sind sie begründet? Denk immer daran, dass nicht du, sondern jemand anders mit den ausgewählten Gegenständen zufrieden sein muss.
  • Frag nach Hintergründen und Geschichten, um Emotionen und Beweggründe zu verstehen. Warum beharrt Oma Erna darauf, dass die abgenutzte Obstschale „besser“ ist als die schöne aus Porzellan?
  • Gib dem oder der Umziehenden das Gefühl, dass Entscheidungen schlussendlich bei ihm oder ihr liegen. Niemand fühlt sich wohl, wenn er dazu gezwungen wird, die Kontrolle abzugeben!
  • Hilf alten Menschen während des Sortierens und dem Umzug selbst dabei, ihre tägliche Routine möglichst gut beizubehalten.
  • Und schlussendlich: Unterstütze Mama, Papa, Oma 👵🏻 oder Opa 👴🏻 dabei, sich im neuen Zuhause zurechtzufinden. Mach dich ans Auspacken und Einräumen (oder sorg dafür, dass die Umzugshelfer das möglichst schnell erledigen), damit alles schnell wohnlich ist, und komm oft zu Besuch.

Du wirst viel Geduld und Einfühlungsvermögen brauchen. Lass dich nicht aus der Ruhe bringen, denn: Karma 😉 Irgendwann freust du dich über ein offenes Ohr, Verständnis und nette Worte!

 

Du überlegst, ob du den Opa oder die Oma vielleicht zu dir nach Hause holen sollst?


Stell dir folgende Fragen, bevor du diese wichtige Entscheidung triffst:

Oma im Haus

 

  • Wie ist sein oder ihr Gesundheitszustand? Welche Krankheiten hat er oder sie und wie entwickeln sich diese über die nächsten 5 oder sogar 10 Jahre?
  • Hast du genug Platz? Ein Seniorenzimmer muss Raum für eine medizinische Ausstattung (zum Beispiel ein spezielles Bett) bieten. 
  • Wie barrierefrei ist dein Haus? Wie sieht es mit Stiegen, Gängen und Badezimmer aus?
  • Wer kümmert sich wann um den neuen Mitbewohner? Berücksichtige deinen typischen Tagesablauf. Hast du selbst ganz realistisch ausreichend Zeit, neben Kindern, Haushalt und Arbeit? 
  • Haben alle Hausbewohner ausreichend Privatsphäre? Zu viel plötzliche Nähe resultiert üblicherweise eher in Streitigkeiten als in Harmonie.
  • In welcher Beziehung steht ihr zueinander? Erwarte nicht, dass Dankbarkeit allein ein angespanntes Verhältnis reparieren kann. Verschiedene altersbedingte Krankheiten wirken sich außerdem direkt negativ auf die Laune betagter Menschen aus. 
  • Welche Freizeitunterhaltung kannst du bieten? Können Oma oder Opa allein zum Supermarkt, zur Drogerie oder ins Kaffeehaus gehen? 
  • Was sagen Ehepartner und Kinder zu der Idee? Nur im Teamwork erreicht ihr ein friedliches Miteinander!
  • Wer kommt finanziell für was auf? Wie werden etwaige Umbauten oder Neuanschaffungen bezahlt, nicht nur beim Einzug, sondern auch über die nächsten Jahre hinweg?

 

Zeit für den Umzug!

 

Gratulation, du bist so weit! Du hast deine Besitztümer reduziert und nur das übrig gelassen, was dir wirklich Freude bereitet. Juhu! 

Für den Umzugsprozess selbst solltest du dir unbedingt Unterstützung holen – entweder bei Familie und Freunden oder mit einem professionellen Umzugshelfer.  

Zeit für Umzug

Aber auch, wenn du eine Umzugsfirma beauftragt hast, ist es unglaublich beruhigend, wenn dir während dem Siedeln eine Vertrauensperson zur Seite steht. Frag früh an – dann gilt die „Ich bin beschäftigt“-Ausrede nicht! 

Hier sind noch einige wichtige Tipps, damit das Siedeln möglichst reibungslos abläuft.

  • Packe, beschrifte und markiere Kartons mit Dingen des täglichen Lebens mit „zuerst öffnen“, damit du deine Routine im neuen Zuhause möglichst schnell wieder aufnehmen kannst
  • Frag nach, wann genau die Umzugshelfer kommen
  • Bestätige deine Ankunftszeit im neuen Heim und stell sicher, dass du erwartet wirst oder einen Schlüssel hast
  • Plane deine Mahlzeiten für den Umzugstag schon im Voraus – niemand hat etwas davon, wenn du vergisst, etwas zu essen, und dir dann vor Hunger schwindlig wird.
  • Lege tägliche Medikamente für die nächste Woche an einen sicheren Platz, von dem sie im Umzugstrubel nicht verschwinden können.
  • Packe sämtliche wichtige Dokumente in eine Kiste oder Tasche, die du am Umzugstag stets bei dir tragen kannst.
  • Sind alle Bezahlmethoden klar? Wie werden die Umzugsrechnung und die erste Monatsmiete beglichen? Auch etwas Trinkgeld für die Umzugshelfer solltest du bereithalten.
  • Überleg dir, wie sämtliche Besitztümer im neuen Zuhause am schnellsten ausgepackt werden können, damit du dich möglichst bald wieder wie zu Hause fühlen kannst. 

 

Einen letzten Rat möchte ich dir noch mit auf den Weg geben: Akzeptiere, dass die Eingewöhnungsphase nicht immer einfach ist. Du darfst ruhig eine Zeit lang traurig sein. Und dann? Geh auf Entdeckungstour, genieße deine Freizeit.

Und das Wichtigste: 

Sei stolz auf dich – du hast etwas wirklich Großes geschafft! 👍💪

3 Kommentare
  • Reiser-Ortlepp

    Sehr hilfreich!

    • Max Karänke

      Vielen Dank, das freut mich sehr.

  • jens Friedrich

    sehr informative, hilfreiche Zusammenstellung als To-Do-Liste

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