Barrierefrei wohnen für Senioren und Menschen mit Behinderung

Zuhause ist es am schönsten? Stimmt! Aber ist es überhaupt sicher, mit einer körperlichen Beeinträchtigung oder im hohen Alter noch allein oder mit deinem Partner im eigenen Haus zu wohnen?

Ich sage: Ja! Aber nur, wenn du die Risiken und deine persönliche Lebenssituation realistisch einschätzen kannst. Dann kannst du Gefahrenquellen schon entschärfen, bevor sie zum Problem werden.

barrierefrei wohnen

 

Was? „Das mache ich später“, sagst du? Und: „Das ist jetzt gerade nicht notwendig!“

Neeein, bitte nicht so denken! Wenn du einer lieben Freundin oder deiner Tochter den Alltag heute ein wenig erleichtern könntest, würdest du das doch auch nicht auf morgen verschieben, oder?

Und: Sehr viele Unfälle mit langwierigen Verletzungsfolgen könnten mit einfachen Maßnahmen vermieden werden – wenn wir nur rechtzeitig Vorkehrungsmaßnahmen treffen!

Tu dir also selbst den Gefallen. Mach dir das Leben ein bisschen einfacher und dein Zuhause ein sicherer. Als Belohnung kannst du deine täglichen Aufgaben gemütlich meistern oder bis ins hohe Alter in deinen – barrierefreien – eigenen vier Wänden bleiben!

Eine kleine Anmerkung zu Beginn: Ich gehe hier sowohl auf Senioren als auch auf Menschen mit Behinderung ein. Und gerade bei zweiteren gibt es natürlich viele verschiedene Ansprüche und Bedürfnisse. Deshalb versuche ich, möglichst umfangreich auf sämtliche Aspekte einzugehen. Wenn du beispielsweise überhaupt keine Probleme mit Treppen hast, dann ignoriere diese Absätze doch bitte einfach und sieh dir stattdessen zum Beispiel den Abschnitt mit der Beleuchtung an, ja? Danke!

Übrigens: Wenn du dein Zuhause für einen neuen (alten) Mitbewohner oder eine Mitbewohnerin barrierefrei gestalten möchtest, kannst du hier sicher ebenfalls einiges lernen 😉

Überzeugt? Super! Legen wir los: Was gibt’s in einem barrierefreien Zuhause zu beachten?

Ganz von Anfang an: Du bist gerade auf der Suche nach einer barrierefreien Wohnung? Dies ist dein Kapitel!

 

Es gibt einiges zu beachten. Und hier geht es weder um den Vorgarten für Dackel Trudi noch um den Hobbyraum, mit dem dir dein Partner schon seit zwanzig Jahren in den Ohren liegt, sondern nur um Folgendes:

Was muss eine Wohnung oder ein Haus haben, um wirklich hindernisfrei zu sein?    

Suche barrierefreie Wohnung

Es gibt einiges zu beachten. Und hier geht es weder um den Vorgarten für Dackel Trudi noch um den Hobbyraum, mit dem dir dein Partner schon seit zwanzig Jahren in den Ohren liegt, sondern nur um Folgendes:

Was muss eine Wohnung oder ein Haus haben, um wirklich hindernisfrei zu sein?       

Beginnen wir beim Eingang. Sind Treppen zu meistern? Wenn ja, gibt es einen Aufzug oder könnte einer eingebaut werden? Für manche Menschen sind schon wenige Stufen ein Problem. Und selbst, wenn du dich nicht dazuzählst: Ein stabiles Treppengeländer ist auf jeden Fall wichtig.

Ist die Eingangstür breit genug, dass du auch mit dem Rollstuhl durchpassen könntest? Lässt sich das Schloss einfach aufsperren? Wenn es ständig klemmt, kann es dann für zittrige Hände mit wenig Greifkraft ausgetauscht werden?

Jetzt geht es weiter in den Vorraum. Haben hier eine Garderobe UND ein Sessel Platz? Du musst dich zum Schuhe anziehen vielleicht hinsetzen.

Sind die Gänge im Haus oder der Wohnung so breit, dass du dich auch mit einer Gehhilfe, einem Rollator oder Krücken bequem bewegen und problemlos umdrehen kannst? Auch dann noch, wenn du sie mit einer Anrichte oder Schuhregalen eingerichtet hast?

Gibt es einen Keller oder ersten Stock? Wenn ja, wie sehen diese Treppen aus? Lässt sich ein Treppenlift einbauen? Am besten holst du dazu gleich eine Expertenmeinung ein, auch wenn du diesen jetzt noch nicht brauchst.

 

Barrierefrei_Checkliste

Miss auch die Türstöcke aus. Zu enge Türen in der Traumwohnung sind zwar kein Ausschlusskriterium. Erkundige dich trotzdem, ob die Türstöcke verbreitert werden dürfen und können, falls es notwendig ist.

Dann sind wir auch schon in der Küche. Meinen ersten Punkt hast du bestimmt schon erraten: Wäre hier genug Platz für dich, deine Gehhilfe und am besten auch deine Bingo-Runde oder deinen Buchclub mit deren Gehhilfen? (Du wirst doch sicher Bingo spielen oder einen Buchclub haben, oder!?)

Eine Kücheninsel ist zwar sehr schick, kann aber zur unpraktischen Hürde werden.

Wie hoch sind die Arbeitsflächen, Spüle und Herd? Lassen sich diese auch vom Rollstuhl aus erreichen?

Auch das Schlafzimmer muss geräumig sein, wenn du lange in deinem neuen Zuhause bleiben möchtest. Ein medizinisches Krankenbett zum Beispiel braucht viel Platz.

Wenn du ein Auto hast, dann ist ein Parkplatz wichtig – und zwar einer, in den du mühelos einparken kannst. Auf den Millimeter genau nach hinten fahren mag zwar bei Tageslicht noch kein Problem sein, im Dunkeln vielleicht aber schon. Wie weit ist es außerdem vom Auto ins Haus? Sind Weg oder Stiegenhaus ausreichend beleuchtet? Schaffst du diese Distanz alleine?

Einer der wichtigsten – und gefährlichsten – Räume ist das Badezimmer. Viele Menschen stürzen bei der Waschroutine. Wie sieht ein barrierefreies Bad aus?

  • Es gibt eine Dusche statt einer Badewanne
  • Die Dusche hat keine Einstiegsschwelle (richtig eingebaut gibt es dabei aber trotzdem keine Überschwemmung im Badezimmer)
  • An einem Waschbecken ohne Unterbau kannst du dich auch auf einem Hocker oder im Rollstuhl sitzend waschen
  • Besonders wichtig: Kannst und darfst (bei Mietwohnungen) du Stützgriffe an den Wänden befestigen?

 

Es werde Licht … Und zwar immer mehr, bitte! Hat dein neues Zuhause die richtigen Voraussetzungen für eine wahre Bühnenbeleuchtung (also ausreichend Anschlüsse für Lampen, auch wenn du diese jetzt noch nicht nutzen möchtest)? Wenn deine Augen schlechter werden, kannst du dann einfach nachbeleuchten.

Und zu guter Letzt: Vergiss bitte nicht, dass es um DEIN Zuhause geht. Deine persönlichen Ansprüche sind natürlich das Wichtigste. Über die kann ich leider nicht sprechen, weil ich dich ja nicht kenne.

Einen Rat kann ich dir aber mitgeben: Stell dir deinen Tagesablauf im neuen Zuhause ganz deutlich vor. Kommst du allein zurecht? Wo würdest du Hilfe brauchen und sind hier mit kleinen Umbauten Verbesserungen möglich?

Die Umgebung

Wichtig ist nicht nur, was IN deinem Zuhause ist, sondern auch, was sich rundherum befindet! Sprich: die Lage! Sind Supermarkt, Drogerie und Ärzte in der Nähe? Große Supermarktfilialen sind ein weiteres Plus. Diese liefern Einkäufe oft nach Hause!

Kannst du wichtige Wege auch erledigen, wenn dein Auto nicht funktioniert (oder die Straßen so eisig sind, dass du nicht selbst fahren möchtest)?

Wo ist das nächste öffentliche Verkehrsmittel?

Und wie befahren sind die Straßen?

Eine Schnellstraße vor der Tür birgt unnötiges Gefahrenpotenzial – und natürlich Lärmbelastung.

Umgebung Karte

Wo sind die nächsten Nachbarn zu Hause? Wenn jemand nebenan wohnt, der dir ein paar Eier borgen oder im Ernstfall deinen Sohn oder deine Eltern für dich anrufen kann, ist das unglaublich beruhigend.  

Ob es zu so einer Nachbarschaftsbeziehung kommt, kannst du beim Einziehen natürlich nicht wissen. Was du aber tun kannst: Nach der Hausbesichtigung einfach mal nebenan anläuten und freundlich vorstellen. Ob es eine spontane gegenseitige Sympathie oder Abneigung gibt, spürst du meist schnell!

Wie sieht es mit Unterhaltungsangeboten aus? Kaffeehaus, Kino, Theater oder Gemeindezentrum: All diese Orte sind wichtige Anlaufstellen, wenn du dich allein fühlst.

Wie weit ist außerdem deine Familie entfernt?

Schlussendlich noch ein Punkt, der etwas persönlicher ist: Zeichnen sich bei dir schon altersbedingte Krankheiten ab oder ist ersichtlich, wie eine gegenwärtige Krankheit verlaufen wird? Wie fit wirst du in 5 oder 10 Jahren sein? Kommst du dann immer noch in der neuen Wohnung oder dem Haus zurecht?

Uuuund: Teil eins ist geschafft! Du hast dir ein Haus oder eine Wohnung ausgesucht, in der du sicher und barrierefrei leben kannst (oder den gesamten ersten Teil übersprungen, weil du die schon längst gefunden hast) … Jetzt wird es praktisch.

Wo lauern die größten Gefahren im Haushalt und wie kannst du ihnen vorbeugen?

Stop Barrierefrei
Barrierefreies_Zuhause_finden

Wir stolpern, weil wir Hindernisse übersehen. Bei alten Menschen ist diese Gefahr besonders groß. Über-65-Jährige stürzen beispielsweise doppelt so oft wie Menschen zwischen 20 und 65 Jahren. Die Hälfte aller Senioren, die sich bei einem Sturz verletzen, wird nach der Heilung nie mehr richtig fit.

Die Lösung: Weg mit den Hindernissen! Am Boden darf nichts herumliegen, das dich zum Fall bringen könnte. Teppichkanten und vorstehende Regale sind tückische Sturzrisiken. (Übrigens: Herumstehende Dinge wegräumen ist auch ganz im Sinne von Feng Shui! Positive Energie kann nur durch ein ordentliches Zuhause fließen. Juhu!)

Auch das Ausrutschen fällt in diese Kategorie: Der Boden ist nass oder die Fliesen rutschig und schon ist ein Unglück passiert. Her mit den rutschfesten Matten im Badezimmer und über glattem Parkett. Verabschiede dich von rutschenden Teppichen.

Gleichzeitig könntest du sämtliche Möbelstücke loswerden, die erstens keinen wirklichen Zweck erfüllen und zweitens ohnehin schon fast auseinanderfallen.

Wenn es zu dunkel ist, sehen wir ebenfalls nicht, wohin wir treten. Taste dich deshalb nie ohne Licht voran, sondern stelle Nachtlichter auf; zum Beispiel am Weg zum und im WC.


Einmal vergessen, den Herd auszuschalten oder die Kerze auszublasen? Sehr gefährlich!

Rauchmelder in allen Räumen sind deshalb ein absolutes Muss – und deren Batterien regelmäßig auszutauschen, ebenfalls! Befestige auch Kohlenmonoxidmelder. Und stelle sicher, dass du die Alarme auch im Schlaf hörst! Du bist vergesslich, was die Batterien betrifft? Bitte eine Vertrauensperson, das für dich zu übernehmen.


Zu viele Pillen, zu wenig Licht? Lass alle Medikamente in ihren Verpackungen, schreib Dosierungen in Großbuchstaben direkt auf die Schachtel und nimm Tabletten immer am gleichen Ort ein. Und zwar an einem, wo ausreichend Licht herrscht, damit du deine Schrift lesen und die Pillen nachzählen kannst!


Oh ja, traurig, aber wahr. Obwohl dieser Abschnitt eigentlich nicht zur Wohnungseinrichtung gehört, wollte ich ihn dennoch erwähnen.

Betrügern drehst du nur dann eine lange Nase, wenn du vorbereitet bist (und das bist du jetzt ja zum Glück)! Gib niemals deine Bankdaten her, überweise nie einfach so Geld, und wenn dir jemand verspricht, dass du etwas gewonnen hast, dann bitte um eine schriftliche Bestätigung. Und die zeigst du erst einer Vertrauensperson, bevor du dich freust.

Top-Tipp: Schreib diese Regeln groß auf ein Blatt Papier und befestige es an der Haustür. Und eine Kopie davon neben dem Telefon. Und eine weitere Kopie da, wo du deine Post aufmachst.

So. Wir wissen, wie ein sicheres Zuhause gebaut sein soll. Wir wissen, wo die größten Gefahren lauern. Und jetzt sage ich dir, was du noch tun kannst (jede Menge!).

Praktische Tipps für ein barrierefreies Zuhause

(Tipp 1: Fühl dich weder schlecht noch schwach! Wenn die Tochter deiner Friseurin ihr Zuhause kindersicher macht, denkst du dir schließlich auch nicht, dass die Kleinen „das auch so schaffen könnten“!)

Tipp 2: Menschen mit Menschen mit Mobilitätsbeschränkungen haben auch in Mietwohnungen das Recht, kleine Umbauten vorzunehmen. Dazu musst du zwar vorher beim Vermieter eine Erlaubnis einholen, dieser hat aber grundsätzlich einverstanden zu sein. Zusätzlich gibt es Förderungen für „Altersgerechtes Umbauen.

Tipps Barrierefrei
Barrierefrei_Checkliste

Weg mit weichen Oberflächen
Durchgelegene Matratze, hängendes Sofa oder gepolsterter Lehnstuhl? Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um zu weiche Sitz- und Liegegelegenheiten gegen solche mit einer festeren Polsterung auszutauschen. Je tiefer du im Kissen versinkst, desto schwerer kommst du wieder hoch.

Bett absenken oder anheben
Weißt du noch, als ich die Sturzgefahr erwähnt habe? Ja? 
Aus einem Bett in der richtigen Höhe stehst du viel leichter und sicherer auf (und du kommst auch viel besser hinein). Lass deine Matratze deshalb etwas absenken oder anheben. Und auf welche Höhe? Ganz einfach: Auf deine „Komforthöhe“. Die ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Sie berechnet sich aus der Länge der Unterschenkel. Eigentlich logisch, denn von denen hängt es schließlich ab, ob du mit den Füßen gut zum Boden kommst oder nicht.  Wer im Rollstuhl sitzt, passt die Höhe der Liegefläche stattdessen an die Sitzfläche vom Rollstuhl an.

Griff neben dem Bett
Der macht das Aufstehen noch etwas leichter. Wenn du keinen Haltegriff an der Wand befestigen kannst, schraub eine Teleskopstange zwischen Boden und Decke fest.

Regelmäßig aufräumen
Ein Sturzgefahr-Punkt, den ich oben schon mal erwähnt habe: Herumliegende Schuhe, der Zeitungsstapel neben der Tür und die Pantoffeln im Wohnzimmer sind Stolperfallen. Besorge ein Regal, das genug Platz für diese Dinge bietet. Auch Verlängerungskabel quer durchs Zimmer oder unter Teppichen müssen weg. Besser: An der Wand verlegen und mit kleinen Haken festmachen. Wie du übrigens deinen Hausrat ganz gravierend reduzierst, habe ich hier beschrieben.

Treppen sichern
Nein, ich fange nicht schon wieder mit dem Treppenlift an – versprochen! Stattdessen: Rüttle kräftig am Treppengeländer. Und noch mal. Wie stabil ist es? Im Zweifelsfall: Handwerker holen und festschrauben lassen!

Verbesserungen im Badezimmer
Hier gibt es einiges zu tun! Haltegriffe neben dem WC und in der Dusche lassen sich unkompliziert montieren. Stell einen Stuhl in die Dusche und leg Anti-Rutsch-Matten im Badezimmer und der Dusche aus.

Eine Dusche ohne Einstiegsschwelle oder eine Walk-In-Badewanne ist ideal. Lohnt es sich, die bestehende Dusche auszutauschen? Wenn du noch einige Jahre hier wohnen bleiben willst, dann: Ja, auf jeden Fall! Auch ein Handbrausekopf ist praktischer als ein festgeschraubter Duschkopf.

Wenn das Wasser sehr heiß aus der Leitung kommt, installiere einen Verbrühschutz.

Es gibt außerdem spezielle Toilettensitzerhöhungen, die das Aufstehen erleichtern.

Beleuchte den Weg zum WC mit einem Nachtlicht. So musst du weder mit drückender Blase im Dunkeln herumtappen noch das grelle Badezimmerlicht anmachen.

Türknäufe und Armaturen
Ersetze runde Türknäufe mit Türschnallen. Wenn die Haustür ein selbstschließendes Schloss hat, wechsle dieses aus, um dich nicht aus Versehen selbst auszusperren.

Auch bei den Armaturen in Badezimmer und Küche erfordern Einhebelarmaturen viel weniger Kraft als Drehknöpfe.

Lichter im Haus
Das habe ich oben ebenfalls schon mal erwähnt, aber hier noch einmal: Mach dein Haus so hell wie möglich. Das beginnt simpel, indem du ausgebrannte Glühbirnen wechselst.

Als Nächstes könntest du Lichter mit Bewegungssensor installieren oder dunkle Ecken mit hellen Steh- oder Deckenlampen beleuchten. Nachtlichter für das Schlafzimmer und die Küche sind sinnvoll, wenn du nachts öfter zum Kühlschrank wanderst oder dir ein Glas Wasser holst. Praktisch und außerdem stromsparend: Lichtsysteme mit Zeitschaltuhr. Das Licht anlassen? Puh, passiert nie mehr!

Für die, die häufig die Wand neben dem Lichtschalter abtasten: Tausch den klassischen Kippschalter gegen einen mit Berührungssensor aus! Oder versetze Lichtschalter nach unten, damit du sie bequem aus Rollstuhlhöhe erreichst.

Das findest du unnötig, überflüssig und überhaupt: In deinem Zuhause findest du dich auch halb blind zurecht? Gilt nicht!

Stell dich in ein Zimmer und versuche, einen Weg in alle Winkel zu erkennen. Klappt nicht? Tadaa, ein bisschen mehr Licht, bitte!

Was gibt es in der Küche zu tun?
Erst einmal sämtliche Regale gründlich durchstöbern (am besten zusammen mit einem Helfer). Fallen euch abgelaufene Lebensmittel in die Hand? Weg damit!

Leere außerdem die obersten Fächer. Verwendest du diese Dinge tatsächlich noch? Wenn nicht, dann musst du sie auch nicht aufbewahren. Und wenn doch? Mach Platz in einem der niedrigeren Fächer oder in einer Schublade. Irgendwo kannst du deine Küchenausstattung bestimmt reduzieren! Besorge außerdem einen stabilen Tritthocker für höhere Fächer, die nicht leer sind, oder schaff mit neuen, niedrigen Regalen mehr Stauraum.

Hast du eine Reinigungshilfe? Dann bitte ihn oder sie, deinen Kühlschrank regelmäßig auf abgelaufene Lebensmittel zu kontrollieren und dabei auch gleich die Fächer auszuwischen. Ein ungeputzter Kühlschrank ist nämlich eine wahre Bakterienbrutstätte!

Ein leckerer Rat zum Schluss: Richte eine gesunde Knabber-Lade für Heißhungerattacken ein. Nüsse, Trockenobst und Müsliriegel passen hierher. Diese Lade muss immer gut gefüllt sein!  

Schwelendes Risiko: Feuergefahr
Lass die Kabel in deinem Haus überprüfen. Gibt es welche, bei denen die Drähte blank liegen? Hängen Stoffe über einem Heizkörper oder über Elektrogeräten, die heiß werden? Beides sind Brandrisiken! Verwende Kerzen selten und nur an sicheren Orten in deinem Zuhause. Und überlege dir eine Taktik, mit der du nie vergisst, sie auszublasen.

Heizstrahler versiehst du am besten mit einer Zeitschaltuhr. So passiert auch dann kein Unglück, wenn du mal vergisst, die Heizung vor dem Zubettgehen auszumachen.

Lass Heizungen außerdem regelmäßig von einem Fachmann warten. So werden Defekte einerseits schon früh entdeckt und andererseits wachst du nie plötzlich in einem kalten Haus auf!

Bitte auch hin und wieder jemanden, dein Zuhause auf Brandgefahren zu inspizieren. Andere haben oft einen klareren Blick als wir selbst!

Kleine Hilfen zur Beruhigung und Sicherheit
Hast du schon ein paar Stürze hinter dir, bei denen glücklicherweise nichts passiert ist? Oder verlierst du manchmal plötzlich das Gleichgewicht? Dann wäre vielleicht ein Notfallarmband eine gute Idee – und zwar, um dich UND deine lieben Angehörigen zu beruhigen!

Schreibe außerdem wichtige Notfalls-Nummern auf ein Blatt Papier und befestige dieses gut sichtbar neben dem Telefon:

  • Rettung
  • Hausarzt
  • Feuerwehr
  • Die nächsten Verwandten/Notfallkontakte

 

Organisiere schon frühzeitig jemanden, der dir im Winter regelmäßig den Schnee vor der Haustüre wegschaufelt (wenn es denn noch schneit) und Gehwege und Stufen regelmäßig enteist.

Schutz gegen Betrüger
Wenn wir oft allein sind, dann freuen wir uns über jeden Besuch. Allerdings sind nicht alle Gäste willkommen. Viele Betrüger nutzen unseren Gutglauben schamlos aus. Wenn du die Haustür meist ohne Nachdenken öffnest, lass eine Türkette befestigen. So kannst du schon durch den Türspalt erkennen, wer draußen steht.

Eine selbst geschriebene Erinnerung an der Türe hilft:

  • Erwarte ich jemanden?
  • Wenn ich den Gast nicht kenne, darf ich die Türe nicht öffnen!

 

Noch ein allerletzter Tipp für Angehörige, …

… die besorgt an scheinbar rüstige Eltern, Großeltern oder Verwandte denken: Sprich direkt an, was dir Sorgen bereitet. Hast du Angst, dass die Schwester die Kellertreppe herunterstürzen könnte oder der Papa zu viel im Garten arbeitet? Äußere deine Bedenken offen und ehrlich – und ohne Bevormundung.

Du kannst auch ab und zu unangemeldet vorbeikommen. Aber bitte mach keine Kontrollvisite mit Verhör aus der Sache, sondern sei vorsichtig und einfühlsam und versetz dich in die Position deiner Angehörigen.

Und: Gutscheine für kleinere Reparaturen in Haus und Garten kommen viel besser an als zu sagen: „Das darfst du nicht mehr machen!“

Alles Gute!

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